Ein Körper, der ruhig und entspannt ist,
zieht den geistigen Frieden an.

Paramahamsa Jogananda


Das indische Sanskrit-Wort "Yoga" bedeutet, sich mit etwas Höherem oder Umfassenderen zu verbinden.

Die Veden verbinden materielles und spirituelles Wissen zu einer Einheit. Daher ist Architektur eine spirituelle Wissenschaft und besitzt starke religiöse Elemente.

Die vedischen Schriften vermitteln Wissen über die Gesetze der Natur, den Sinn des menschlichen Lebens und die Existenz Gottes. Die Anwendung dieses Wissens erleichtert das Lösen aus dem Kreislauf von Ursache und Wirkung. Wir bekommen in dieser Welt die Chance, unser Bewusstsein zu läutern damit wir letztendlich wieder in die Gemeinschaft Gottes (Einheit) zurückkehren können.

Die Veden verfolgen daher zwei Ziele:
Auf der einen Seite weisen sie dem suchenden Menschen den Weg, der aus diesem materiellen Universum zurück in die spirituelle Wirklichkeit führt.
Auf der anderen Seite vermitteln sie umfangreiches Wissen, wie man in der materiellen Welt zurechtkommt, ohne in seinen spirituellen Vorhaben gestört zu werden.

Vastu lehrt, wie der Mensch in die Natur, das Lebensfeld der Erde, das Sonnensystem, den Kosmos und die göttliche Ordnung eingebunden ist und zeigt ihm, wie er im Einklang mit all diesen Kräften leben und seine Umgebung kreativ gestalten kann. Im Einklang mit den Naturgesetzen zu handeln führt zu Freiheit. Während weder Freiheit noch Glück erzielt werden, wenn man gegen sie verstößt und nur sich selbst als Maßstab seines Handelns nimmt.
Wenn der Mensch bei seinen Eingriffen sich darüber bewusst ist, dass er als Teil der Natur von ihr abhängig ist, wird sich auch die ökologische Situation wandeln.

Die alte indische Kultur ist für ihre gewaltigen und kunstvollen Tempelbauten berühmt, die tiefer Ausdruck dieses Verständnisses sind. Die vedischen Tempel stellen schon allein von ihrer Architektur her eine Brücke zu anderen Seinsbereichen und Dimensionen dar.

Architektur schafft ein Abbild des Universums, in dem der Mensch lebt. Verzerrt sie die verschiedenen Aspekte des Kosmos und stört seine Harmonie, wird der Wohnraum voller Spannungen sein. Wenn die Architektur jedoch die Kräfte und Aspekte des Kosmos in harmonischer Weise auf die Erde projiziert, entsteht damit ein Wohnraum, der die Probleme seiner Bewohner ausgleicht und ihm die positiven materiellen und geistigen Energien des Universums zufließen lässt. Deshalb ist ein Haus viel mehr als ein Dach über dem Kopf.

Alle alten Kulturen bauten ihre Häuser, Straßen und Städte den gleichen subtilen Naturgesetzen entsprechend. Je näher wir der Gegenwart kommen, desto mehr ging dieses Wissen verloren. In der Wissenschaft des Vastu verbindet sich das gesamte Wissen der Veden, um den Menschen zu Gesundheit, Wohlstand und Weisheit zu verhelfen.

Erst in einer solchen Situation kann sich der Mensch ungestört mit den wahren Zielen des Lebens beschäftigen, nach Selbst- und Gotteserkenntnis streben und seine eigene Beziehung zu Gott erkennen.

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Quelle:
Das Yoga des Wohnens - Wohnen und Bauen nach den Gesetzen des Vastu, Autor Marcus Schmieke